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Fremde Stimmen im Äther
  
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Das Vereinsregister in Nürnberg und Umgebung ist bunt: In ihm findet sich ein Verein der Heckflossenfreunde, der Schutzverband Nürnberger Bratwürste, Türk Gücü Fürth, der Cowboy and Indian Club und ein Tscherkessischer Kulturverein. Natürlich darf der Kaninchenzuchtverein auch nicht fehlen. Sie alle bereichern das kulturelle Leben und sollen - nach Meinung der Vereinsforscher – gut für Demokratie und Gesellschaft sein. Jenseits von Kaninchenzucht und Fußball gibt es in der Region aber auch wirklich exotische Vereinigungen. Eine kleine Auswahl soll hier vorgestellt werden.

Teil 3: Rückblick auf den Kurzwellenring Süd

Nürnberg - Heutzutage, im Zeitalter von Internet und Satellitenempfänger, ist es einfacher geworden, ausländische Sendungen zu empfangen. Wir können Tango aus Buenos-Aires, Businessnachrichten aus Shanghai oder den Schneebericht vom Kanton Wallis auf Radio Rottu Oberwallis anhören. Jeder wie er mag.

Doch machen wir einen Zeitsprung zurück: Vor 40 Jahren konnte man solch weit entfernte Medienereignisse nur mit einem Kurzwellenradio verfolgen. Man wartete bis es dunkel wurde, dann nämlich erwacht der Äther zum Leben und man konnte, zwischen Fiepen und Rauschen exotische Sprachfetzen vernehmen. Viele ausländische Sender hatten zu gewissen Sendezeiten ein deutsch- oder englischsprachiges Programm, so verstand man auch, wovon die Rede war.

Gerhard März der damalige Vorsitzende des Kurzwellenring Süd, einer von Nürnbergs Pioniervereinen auf dem Gebiet des Kurzwellenhörens, beschreibt, wie dieses Phänomen funktioniert: Durch die Sonneneinstrahlung wird die Ionosphaere in der oberen Atmosphaere elektrisch leitend, sie wirkt als "Spiegel" und kann somit die kurzwelligen Funkwellen über tausende von Kilometern um die Erde reflektieren - sie machen sozusagen immer wieder zickzackartige Sprünge vom Himmel zur Erde. Die "Weite" der Sprünge ist abhängig von der jahreszeitlich unterschiedlichen Sonneneinstrahlung, dem elfjährigen Sonnenfleckenzyklus und der ausgewählten Sendefrequenz.

Der Kurzwellenring Süd gründete sich 1966, zu Zeiten als noch der „Eiserne Vorhang“ durch Europa ging. Man tauschte sich aus, was man über fremde Länder und Kulturen herausgehört hatte. Im damals gerade fertig gestellten Gemeinschaftshaus Langwasser bekam man kostenlos einen Raum für regelmäßige Treffen. Gerhard März meint, man habe sich durch Namensnennungen in diversen Hörerpostsendungen von Kurzwellenstationen oder auch durch die Mitgliedschaft in überregionalen Hörerklubs kennengelernt. Als das Konzept des Kurzwellenring geboren wurde, gab es um die zwölf Mitglieder aus der Region Nürnberg.

Die Vereinsaktivitäten beschränkten sich nicht nur auf das Fachsimpeln über Sender und Frequenzen, sondern auch technische Einrichtungen besichtigt, wie zum Beispiel die Sendestelle der Deutschen Welle im Wertachtal, die Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks auf dem Dillberg oder die Sendezentrale von Radio Free Europe bei München. Mitglieder, die auf ihren Urlaubsreisen nach Japan, Südafrika oder in die Ukraine ferne Senderedaktionen besuchten, hielten Dia-und Schmalfilmvorträge.

Auf ein besonderes Phänomen machte der Kurzwellenring Süd Anfang der 70er Jahre aufmerksam. In Europa konnte es durchaus vorkommen, dass man mit etwas Fingerspitzengefühl an bestimmten Tagen etwa das sowjetische oder spanische Fernsehen empfangen konnte. Die Fernsehillustrierte Gong berichtete damals ausführlich darüber. Das hing nämlich damit zusammen, dass durch besonders günstige Wetterbedingungen im Frühjahr und im Sommer sogenannte Inversionsschichten in der unteren Atmosphäre gebildet werden, welche entfernt gesendete Fernsehsignale im UKW-Wellenbereich wie in einem Schlauch bis nach Bayern trugen.

So gab es damals durchaus eine gewisse Vielfalt auf dem Bildschirm, wenn auch das "zappen" sehr mühselig war, da schon wenige Zentimeter Verschiebung der Empgansantenne kritisch wurden. Eine Beobachtungsgruppe dieser atmosphärisch bedingten Überreichweiten um Gerhard März konnte 1972 immerhin 38 mal das spanische, 22 mal das sowjetische und 23 mal das italienische Fernsehen empfangen.

Der Kurzwellenring Süd existierte offiziell bis zum Januar 2001, bis die Betreuung der Mitglieder von dem Kurzwellenhörerclub adxb-DL übernommen wurde. Inoffiziell trifft sich aber der Kurzwellenring Süd noch regelmäßig im Rundfunkmuseum Fürth.

Homepage des Kurzwellenring Süd

Rundfunkmuseum Fürth

Ausführliche Geschichte des Vereins von Gerhard März

Vereinsleben in Nürnberg und Region

Sebastian Keuth
5.1.2005 14:30 MEZ
  
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